EIN ERFAHRUNGSBERICHT


Als ich 18 Jahre alt war, arbeitete ich in den Sommerferien in einer Fabrik, um ein bisschen Geld zu verdienen. Acht Stunden am Tag stand ich am Fließband und versuchte mit der Akkordarbeit Schritt zuhalten. Nach zwei Wochen täglichem Stehen taten meine Füße so weh, dass ich kaum noch laufen konnte. In der ersten Woche waren die Schmerzen morgens wieder weg. In der zweiten Woche nicht mehr und in der Dritten musste ich tatsächlich aufgeben, denn ich kam nicht ein Mal mehr aus dem Bett.

Knick-Senk-Spreiz-Füße war die Diagnose. Einlagen beim Orthopäden die Therapie.


Seit diesem Sommer hörten die Schmerzen nie wieder auf. Ich ging nicht gerne Shoppen, setzte mich in den Dreck, wenn es keine Bank gab, nur um nicht Stehen zu müssen und in manchen Nächten lag selbst die Bettdecke wie Blei auf meinen pochenden Füßen. Dennoch habe ich meine große Leidenschaft, das Tanzen, nicht aufgegeben. Das Kräftigen und Dehnen tat mir gut.


Mit 20 ging ich nach Berlin, um eine Tanzausbildung zu machen. Die Fußmuskulatur wurde kräftiger, die Gelenke beweglicher, doch die Schmerzen wurden nur schlimmer. Ich ertrug sie mit der bewährten masochistischen Ader einer leidenschaftlichen Tänzerin. Gehört halt dazu! Dachte ich damals jedenfalls.


Mit 22 entdeckte ich Hot Yoga. Es war Liebe mit dem ersten Schweißtropfen. Meine Motivation zu praktizieren war rein physischer Natur oder besser gesagt tänzerischer Natur. Ich wollte einfach nur eine bessere Tänzerin werden. Und das wurde ich auch. Ich praktizierte täglich nach meinem Tanztraining. Meine Tanzlehrer:innen waren begeistert; meine Freunde leicht genervt vom ewig gleichen Thema: Yoga, bis ich eines Tages mit einer Freundin durch Berlin spazierte auf dem Weg zu einer Performance.

Sie fragte, ob wir die Bahn nehmen sollen, da der Weg ja weit war und ich nicht gerne lief. Ich jedoch entschied mich für einen schönen Spaziergang durch die Stadt.


Beim Anblick ihres überraschten Gesichtes viel es mir zum ersten Mal auf: Meine Füße taten nicht mehr weh und ich war beim Laufen nicht am Rande meiner Reizbarkeit. Es fühlte sich an, als hätte für mich ein neues Leben begonnen.


Während ich sonst die Empfindungen in meinen Füßen eher ignorierte, um durch den Tag zu kommen, fing ich nun an, speziell beim Yoga genau hinzuspüren. Ich fand heraus, dass die Hockstellung (besonders der zweite und dritte Teil), der Zehenstand und die Heldenstellung den wichtigsten Part in meinem Heilungsprozess waren. Auch wenn ich diese Bewegungen beim täglichen Tanztraining auch machte, hatten sei beim Yoga im warmen Raum mit Savasana eine andere Wirkung.

Ganz besonders die intensive Durchblutung durch Knie und Fußgelenke bis in die Zehen nach der Heldenstellung schienen das Wunder meiner Heilung zu sein. Vielleicht kennst Du dieses Gefühl; es ist wie ein Kribbeln im Inneren und man kann es im savasana zu spüren. Es zieht sich von den Hüften bis hin zu den Zehen und wurde für eine lange Zeit in meinen frühen 20ern mein absolutes Lieblingsgefühl.


Nach 16 Jahren "on&off " Hot Yoga Praxis muss ich leider sagen, die Schmerzen kommen wieder, wenn ich aufhöre zu praktizieren. Die regelmäßige Praxis ist also der Schlüssel zu einem schmerzfreien Leben. Aber nicht nur die Praxis. In all den Jahren habe ich verstanden, welchen Einfluss auch meine Ernährung auf meine Schmerzen hat. Aber davon berichte ich Mal zu einem anderen Zeitpunkt.


Was ist deine Yoga-Erfolgsgeschichte? Schick sie mir an nelli@mahalaya-yoga.de


In Demut & Dankbarkeit

Nelli

Aktuelle Einträge
Folgen Sie uns!
  • Facebook Basic Square